Frieder Rädlein


Frieder Rädlein, geboren im Jahr 1935, gehörte zu jener Rennfahrergeneration, die die Renngeschichte in den 50er und 60er Jahren bestimmen sollten. Damit waren sie auch Leidtragende, als die Ost-West-Schneise geschlagen wurde und der Formelrennsport sich nur noch auf die Fahrzeuge konzentrierte, die aus dem Material der sozialistischen Produktion stammten. Also entstand die Ära der Wartburg &Co. Genau das forderte die Rädleins, Melkus' und Findeisens heraus, die mit ihren Eigenbauten Zuschauer faszinierten und dem Rennsport ein ostdeutsches Gepräge gaben. Sie waren die Vorreiter der späteren mit sowjetischen Lada-Motoren ausgerüsteten und siegreichen MT77.

Seine größten Erfolge waren:

  • DDR-Meister auf dem RS 1000 im Jahr 1970
  • DDR-Meister auf dem RS 1000 im Jahr 1971
  • DDR-Meister auf dem RS 1000 im Jahr 1972
  • DDR-Meister 1969 auf dem Formelrennwagen.

Fieder Rädlein mit einem Rennwagen der Formel Junior.

Die Form der Rennwagen ist immer noch der der Boliden aus der Vorkriegszeit ähnlich.
Zumindest waren die Rennwagen aerodynamisch erprobt und sehr schnell.


Wegen der Bauform auch "Zigarren" genannt, sind die Rennwagen auf der Höhe der damaligen Zeit. Für heute unvorstellbar Fahrbahnbelag aus Basalt, keine Sicherheitsgurte und offene Helme, meist ohne Schutzbrillen. Man kann diesen Piloten nicht genug Respekt zollen.

Wenn Frieder Rädlein so viele Meistertitel erhalten hat, so muss er sehr oft auf dem Podest gestanden haben.

Hier bei einem Rennen 1965 in Brno/CSSR.



Die Regionalstars der 50er Jahre und später. Aus Dresden kommend: Heinz Melkus, Peter Findeisen und Frieder Rädlein (v.l.)

Wenn man als Konstrukteur Technik entwickelt und dann als Rennfahrer diese ausprobieren kann, dann ist der beste Lohn ein richtig guter Sieg.


Als noch auf der Bernauer Schleife bei Berlin gefahren wurde, holte sich Frieder Rädlein so manchen Sieg.

Beste Freunde vor dem Rennen: Peter Findeisen (unten) und Frieder Rädlein (Mitte oben).


Die Ära der RS1000, konstruiert von Heinz Melkus, setzte neue Maßstäbe im Sportwagenbau und fand sogar im Westen bis heute Beachtung und Respekt.

Der folgende Geschichtsabriss beschreibt die damalige Situation im Motorsport und die Entstehung des RS1000.



1971 in Bautzen

Siegerinterview zwischen dem langjährigen Streckensprecher Hartmut Wagner † und Frieder Rädlein.

Der RS1000 zieht tausende Zuschauer, wie hier zum Schleizer Dreieckrennen 1973, in den Bann. Und Frieder Rädlein gewinnt ein Rennen nach dem Anderen.


Frieder Rädlein gewinnt in der Klasse B8-Rennsportwagen bei einem Bergrennen in Albernau/Erzgebirge auf der Bockauer Straße, vor Rolf Richter (links) und der Rennamazone Helga Heinrich.

"Jetzt wird's verrückt, der Rädlein fährt wieder!" hörte man im Jahr 1987 die Zuschauer, die ihn noch aus der Frühgeschichte des Rennsports kannten, sagen.
Immerhin war Frieder da schon 52 Jahre alt - Spaß kennt jedoch keine Altersgrenze.


In der heutigen Zeit besucht Frieder Rädlein immer einmal wieder die Oldtimerrennen, wo es nur noch selten die Raritäten der alten Zeit gibt. Nachdenklich kann man sich so an die heroischen Zeiten erinnern...

...oder alte Freunde treffen, wie Wolfgang Klix (l.), der den ehemaligen Rennwagen von Frieder Rädlein stolz sein Eigentum nennen darf.


Foto: Jürgen Meißner
Foto: Jürgen Meißner

Frieder Rädlein, der Grand-Senior des Rennsports auf dem Sachsenring 2017. Immer noch unendlich ruhig, freundlich und wach im Geist. Das zu erhalten hat er sich verdient, wovon seine Söhne Jürgen Rädlein und Werner Juppe gern profitieren.