Poster & Plakate Seite 1


Vorwort

Dem Thema Poster und Plakate muss ein Vorwort gegönnt werden, weil dieses Thema im Sozialismus politisiert wurde. Die Herstellung von Plakaten oder ähnlichen Medien unterlag der Kontrolle der staatlichen Stellen. Zum Einen musste der Inhalt den sozialistischen Interessen dienen, zum Anderen benötigte man eine Druckgenehmigung, mit der die Kontingentierung von Papier einher lief. Papier war Mangelware, da es gegen harte Währung importiert wurde.

Somit waren die Poster in der Regel an Litfaßsäulen zu finden oder dienten der politischen Darstellung von Parolen und Ähnlichem.

Poster und Plakate waren eine rare Ware und konnten in der Regel nur für den Motorsport gedruckt werden, wenn Betriebe oder Organisationen dahinter standen. Neben der Werbewirkung für Produkte o.ä., waren die Poster eine willkommene Selbstdarstellung der Rennfahrer, die durch die Printmedien oder das Fernsehen so gut wie nicht erfolgte.

Bei der nachfolgenden Präsentation der Poster sieht man sehr gut auch den Unterschied zu denen in der damaligen CSSR. Dieses Land öffnete sich schon weit vor der Wende dem Westen und ließ sogar Europameisterschaften in den verschiedensten Disziplinen veranstalten. Die Aufmachung der Poster und Plakate war entsprechend. Die parallel dazu stattfindenden Rennen der sozialistischen Länder waren zu diesen Terminen eher "Beiwerk".


Ulli Melkus in seinem MT77

NARVA-Werbung war sein Markenzeichen (mit Original Unterschrift).


Ein Poster für die Lobby-Arbeit zu drucken, dauerte oft Jahre: Nach drei Jahren gelang es endlich, das erforderliche Papierkontingent zu erhalten.

Jürgen Meißner fuhr Reklame für das Kolbenringwerk in Dresden, Exporteur ins westliche Ausland.


In der CSSR war der Umgang mit dem "West-Formel-Sport" viel freier. Poster, wie diese konnten die Fans überall kaufen.



Durch das Darstellen der Portraits oder der Rennwagen wurden die Fahrer personalisiert. Die Fans konnten sich unter ihren Idolen etwas vorstellen.


Großer Preis von Brno/CSSR am 16.08.1987 auf der neuen Rennstrecke. Die DDR beteiligte sich mit einem internationalen Formel-Easter-Rennen.


1985 wurde in der CSSR ein Jahreskalender mit dem Bild eines Jaguar herausgebracht.

Für die politisch überstrapazierte DDR eine unvorstellbare Darstellung.


Mit unendlich viel Engagement gelang es 1986, die erste Motorsportschau dieser Größe in Dresden (alte Messe) durchzuführen.
An einem Wochenende kamen immerhin 30.000 Zuschauer. Oft musste der Kartenverkauf eingeschränkt werden, weil die Hallen überfüllt waren.

Verbunden mit dem Namen Melkus hatte der Motorsport in Dresden eine feste Heimat.



Den Abschluss der DDR-Meisterschaft bildete immer das Frohburger Dreieckrennen. Die endgültigen Entscheidungen der Meisterschaft fielen oft erst hier, mit spannenden Kämpfen um den Titel. Wegen der geringen Platzverhältnisse im Fahrerlager mussten Motorrad- und Autorennen um eine Woche zeitversetzt veranstaltet werden.

Mit der 57 führt Jürgen Meißner vor der 96, Manfred Günther.


Dieses herrliche Poster von einem Formel 1 - Rennwagen konnte man in der CSSR erwerben. Dies schmückte dann entweder Kinderzimmer oder die Garagen der Autobastler.


In Havirov/CSSR wurde am 20./21.06.1987 das erste Rennen gefahren, in dem die CSSR, Österreich, die BRD und die DDR zusammentrafen und gegeneinander kämpften.

Es wurde einzeln gewertet: Formel Easter, Formel Ford und Mundial.


Am 04./05.06.1988 fand wiederum ein Rennen in Havirov statt. Der Zuspruch westlicher Rennteams wurde immer stärker. Da das technische Reglement nicht vergleichbar war, stellten sie aber keine wirkliche Konkurrenz dar.