Rennwagen MT 77 [Melkus/Thaßler]

Detaillierte Zeichnungen und Einstellwerte das Autos findet Ihr unter Technik.


MT 77 - Baustand 1989

Der Rennwagen MT 77 wurde 1977 federführend durch die Rennfahrer Ulli Melkus und Hartmut Thaßler entwickelt und gebaut (das M steht für Melkus und das T für Thaßler).

Der nachfolgende Rennwagen, gebaut 1981 von Jürgen Meißner, soll beispielhaft die Technik des Arbeitsstandes 1988 zeigen. Eigentlich müsste dieser Rennwagen die Bezeichnung MT 77/2 tragen.

Die Rennwagen der Serie MT 77 hatten im Wesentlichen das gleiche Baukonzept, jedoch versuchten viele Rennfahrer Bauteile im Rahmen des Reglements zu optimieren, um ggf. Vorteile gegenüber den Konkurrenten zu haben. Die wesentlichsten Neuheiten kamen aber aus der Ideenschmiede von Melkus, Thaßler, Wöhner/Spieß, Kramer und später dazukommend Kasper aus Dresden. Neue Ideen wurden in der Regel in den jährlich im April stattfindenden Fahrerbesprechungen in Dresden vorgestellt. Damit hatte jeder Rennfahrer die Möglichkeit, sein Fahrzeug auf dem ähnlich technischen Niveau zu halten, wie die besten Rennfahrer.

Damit wurde mehr oder weniger unbeabsichtigt der sportliche Wert der Autorennen - Mann gegen Mann - in der DDR priorisiert. Natürlich musste man in der Lage sein, die Technik zu warten und zu beherrschen, soll heißen, der Fahrer musste zum Beispiel wissen, an welcher Schraube zu drehen war, wenn der Rennwagen permanent ausbrach oder nicht die Geschwindigkeit der Konkurrenten erreichte.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Eckpunkte der technischen Daten dargestellt:

Motor: Lada (UdSSR - Fiat Lizenz) 1.300 cm³, ab 1989 1.600 cm³
Leistung: 110 - 125 PS (je nach Tuning)
Höchstgeschwindigkeit: bis 260 km/h (je nach Getriebeabstimmung für die jeweilige Rennstrecke) 
Gänge: 4 + 1 (bis 1988), später 5 + 1
Maximale Drehzahl: 8.000 U/min
Karosse: Polyester (2-Komponenten Kunstharz/Glasfasermatte)
Kraftstoff: VK 92 , heute Super Plus
Gewicht: > 420 kg (Mindestgewicht - ohne Kraftstoff)
Beschleunigung: 0...100 km/h 4 - 5 sec. 
Bereifung DDR-Zeit: vorn     195/45 - 13
hinten 235/45 - 13
beides für Slicks oder Regenreifen
Vergaser: Saugtechnik mit zwei öffnenden Stufen
Rennwagenbesitzer: Jürgen Meißner (hier beigefügte Bilder)
Farbgestaltung: Dipl.-Designer Eva-Maria Werner (Kolbenring-Werbung)